„Ich schaue hin!“

Das Jahr 2015 steht vor der Tür – und damit das Jahr, bis zu dem die Millenniumsziele (MDGs) der Vereinten Nationen  erreicht sein sollten. Im Jahr 2000 unterzeichneten 189 Staats- und Regierungschefs eine Liste mit konkreten Ziel- und Zeitvorgaben und dem übergeordneten Ziel, die weltweite Armut bis 2015 zu halbieren. Weniger als 1000 Tage verbleiben noch, um diese sehr ehrgeizigen Ziele zu erreichen, zu denen sich alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verpflichtet haben. Nach aktuellem Stand ist dies nicht zu erwarten.  

Einmal mehr steht die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) in der Kritik. Sie scheint nicht annähernd zu erreichen, was sie verspricht. Gelder werden gezahlt, aber wohin? Ein afrikanischer Staatschef kauft sich einen neuen Jet von Entwicklungsgeldern und die Bevölkerung hungert weiter. Und wer unternimmt etwas dagegen? Das soll das Ergebnis von jahrzehntelanger Arbeit sein? „Große Versprechen, magere Ernten. Die Politik gelobt seit Jahren, den Hunger zu bekämpfen. Ein Report zeigt nun das Ausmaß des Scheiterns – und verweist auf die Schuld von EU und USA.“ – so die Schlagzeile bei ZEIT online vom 15.03.2013. Leider ein  Ausdruck davon, dass in unserer EZ etwas schief läuft.

Gemäß dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), welches für diesen Bereich zuständig ist, hat die Entwicklungszusammenarbeit  zum Ziel, Menschen die Möglichkeit  zu geben, selbst­be­stimmt, eigen­ver­ant­wort­lich und ohne materielle Not ihr Leben zu ge­stal­ten und ihren Kin­dern eine gute Zu­kunft zu er­mög­lichen. Es geht um die nach­hal­tige
Ver­bes­serung der welt­weiten wirt­schaft­lichen, sozialen, öko­lo­gischen und poli­tischen Ver­hält­nisse. Es geht um die Be­kämpfung von Armut und um die Förderung von Menschen­rechten, Rechts­staat­lich­keit und Demo­kra­tie. EZ  trägt zur Prä­ven­tion von Krisen und gewalt­tätigen Kon­flikten bei. Sie för­dert eine sozial gerechte, öko­logisch trag­fähige und damit nach­hal­tige Ge­stal­tung der Globalisierung. (www.bmz.de)

Entwicklungszusammenarbeit ist ein kontroverser Bereich, zu dem sich die Menschen ganz unterschiedlich positionieren. Manche Stimmen fordern, dass mehr Entwicklungsgelder gezahlt werden sollen und sehen ehemalige Kolonialstaaten in der Pflicht, diese Leistungen zu erbringen.   Andere sagen, dass die Abhängigkeit, in die die Länder durch Hifeleistungen gebracht werden, die Ursache für die anhaltende Armut ist.

ONE ist eine Organisation, die nicht das augenscheinliche Scheitern unserer Entwicklungspolitik in den Vordergrund stellt, sondern auf die Fortschritte hinweisen möchte. Zugleich will ONE durch Kampagnen- und Lobbyarbeit Druck auf politische Entscheider ausüben, um Entwicklungspolitik besser und Hilfen wirksamer werden zu lassen. „Wenn Politiker Zusagen zur Bekämpfung extremer Armut machen, messen wir sie an ihren Taten und überprüfen, was tatsächlich umgesetzt wird. Wir wollen eine stete Verbesserung entwicklungspolitischer Initiativen und Programme, mehr und noch wirksamere Entwicklungszusammenarbeit sowie  faire Reformen des Welthandelssystems. Wir arbeiten eng mit Persönlichkeiten aus Afrika zusammen, um dazu beizutragen, dass jegliche Form der Unterstützung zur Armutsbekämpfung in den Partnerländern innerhalb rechtsstaatlicher, nachprüfbarer und transparenter Prozesse verläuft.“ (one.org)

Zur Wahl der neuen Bundestagsregierung 2013 läuft die aktuelle Kampagne „Ich schaue hin!“. ONE möchte die Menschen dazu ermutigen, ihre Augen zu öffnen, hinzusehen und den Kampf gegen die Armut zu unterstützen. Und ONE fordert, dass die nächste Bundesregierung Deutschlands  sich stärker engagiert, vor allem in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft, Transparenz und Energie. Unterstützt wird diese Kampagne von 50 Jugendbotschaftern, die sich deutschlandweit engagieren, Aktionen starten und sich mit den Abgeordneten treffen.

Am 8. April 2013 startete dieses Programm zusammen mit der bereits angesprochenen Kampagne in Berlin. Dabei waren ONE-Mitbegründer Bono, die langjährige ONE-Unterstützerin Anna Loos, der Mitbegründer von „Deine Stimme gegen Armut“ Herbert Grönemeyer und der Agrarökonom Prof. Dr. Dr. hc Joachim von Braun, die gemeinsam mit den ONE-Direktoren Dr. Sipho Moyo (Afrika) und Tobias Kahler (Deutschland) über notwendige entwicklungspolitische Schwerpunkte der nächsten Bundesregierung diskutierten, damit extreme Armut noch in unserer Generation beendet wird. Dr. Sipho Moyo, die vor ihrer Tätigkeit bei ONE bereits 18 Jahre für die afrikanische Entwicklungsbank, die UNO und die Weltbank gearbeitet hat, lobte die Erfolge vieler afrikanischer Länder: „In Afrika südlich der Sahara werden sich bis zum Jahr 2028 zehn Länder aus extremer Armut befreit haben können. Das ist das Ergebnis von Investitionen, besserer Regierungsführung und mehr Transparenz im Rohstoffbereich. Vor allem sind dies Erfolge, die von den Afrikanern selbst hervorgebracht wurden. Doch um schnellere und bessere Ergebnisse zu erzielen, gerade im Gesundheit- und Ernährungsbereich, benötigen wir noch internationale Unterstützung. Ich schaue hin, ob die nächste Bundesregierung ihre Entwicklungsversprechen einhält.“

Schaue auch du hin! Und gib deine Stimme zum Kampf gegen extreme Armut auf one.org

 
Anmerkung der Zensur-Redaktion:
Wir bedanken uns bei Anna-Paloma Sasse, Master-Studentin der Sozialen Arbeit mit dem Schwerpunkt International Relations und ONE-Jugendbotschafterin, für den Gastbeitrag.

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